Zukunft der Weiterbildner:innen im Unternehmen

Inhalte sind überall zu finden: auf Blogs, im Social Intranet, in Foren, auf Social-Kanälen, etc. Sie stehen in verschiedenen Formaten zur Verfügung.

Die Führungskraft wird zum Coach, die Lernenden übernehmen die Verantwortung für ihreLernerfolge und oransieren ihr Lernen innerhalb der Arbeit. Was machen denn dann die Weiterbildner:innen im Unternehmen? Provozierend? Vielleicht ein bisschen – und doch ist es eine Frage, mit der sich aktuell einige meiner Kunden und Kundinnen beschäftigen. „Was sind unsere zukünftigen Rollen und Aufgaben als Weiterbildner:innen im Unternehmen?“ Die Hintergründe dieser Fragen haben mehrere Perspektiven:

 

Die Unternehmen sind im Umbruch und im Wandel. Die Digitalisierung fordert die meisten Unternehmen heraus. Eine Evaluation oder gar eine Revolution ist nötig. Also werden geänderte Kompetenzen der Mitarbeitenden gefordert. Nur … welche Kompetenzen?

Die Halbwertszeit von Wissen, Produkten, Softwaresystemen und Prozessen wird immer kleiner. Viele trainingsrelevante Inhalte verändern sich laufend. Alle Weiterbildner:innen, die ihre eigenen Prozesse einhalten wollen oder durch Mitbestimmung einhalten müssen, können dem geforderten Tempo nur mit Mühe oder auch gar nicht folgen. Da kann es gut sein, dass die Fachabteilungen schneller ihre neuen Inhalte „an den/die Mann/Frau“ bringen, als es die Weiterbildung tun kann.

Gelebte Selbstverantwortung für das Lernen führt schneller zu Erfolgen als jede fremdgeplante Maßnahme. Die Lernenden selbst wissen am besten, wo ihre Lücken und ihr Interesse sind. Kleine Lernsequenzen, die häufig noch nicht mal als „Lernen“ selbst wahrgenommen werden, werden unkompliziert im Arbeitsalltag integriert. Auch für mittelfristige Weiterentwicklungen gibt es eine große Transparenz und attraktive Angebote. Somit kann eine Unabhängigkeit für die eigene Weiterentwicklung von der Arbeitgeber:in gestaltet werden.

Die IT stellt Systeme bereit, die Kollaboration, Information, Wissensmanagement und Performance Support ermöglichen. Jeder kann Inhalte suchen – jeder kann Inhalte veröffentlichen.

Viele der jungen Mitarbeitenden haben gar keine Ansprüche an die „Abteilung“ Weiterbildung. Sie sind gut vernetzt und finden das, was sie suchen. Ständiges Lernen und Hinterfragen gehört für viele zum Arbeitsalltag. Prozesse hierfür sind ihnen gar nicht bekannt.

Hmm, also was macht dann die Weiterbildung im Unternehmen? Bieten sie Inhalte an? Stellen sie die Technik bereit? Bieten sie Prozesse, Formalien und Abstimmung?

Mitgestaltende

Mir würde ein Wandel von der„Inhaltelieferant:in“ zu „Designer:innen und Mitgestaltende des zukünftigen Mitarbeitenden“ gefallen. Zukünftige Mitarbeitende, die den Weg des Unternehmens mitgestalten. Mitarbeitende, die die Strategie des Unternehmens mit Leben füllen.

Was sind dann die Aufgaben der Weiterbildung?

  1. Übersetzung der Unternehmensstrategie in die nötigen Kompetenzen und Skills
    Ein intensives Auseinandersetzen der Mission der nächsten Jahre, ein genaues Reinhören in die Fachabteilungen und ein intensiver Austausch mit Mitarbeitenden und Führungskräften sind die Quellen, um nötige Kompetenzen und Skills herauszufinden.
  2. Mitarbeitende inspirieren, einen Beitrag in die Zukunft zu leisten
    Das große Bild zu transportieren, Phantasien anregen, neue Perspektiven aufzeigen und Lust machen, ein Teil von etwas Besonderen zu gestalten. Dazu gilt es jeden einzelnen eine Einsicht zu ermöglichen, was genau sein Beitrag hierzu sein kann.
  3. Energien freisetzen, um Extrameilen zu gehen
    Stärken in den Teams und in den Mitarbeitenden herauskitzeln, die noch gar nicht genutzt wurden, bringen zusätzliche, wahrscheinlich ungewöhnliche Energien.
  4. Agilisieren der Unternehmenskultur
    Machen, Ausprobieren, Reflektieren, Optimieren, Reflektieren – wann immer so eine Vorgehensweise möglich ist, sollte sie angewandt werden. Stichworte wie Vertrauenskultur, Fehlerkultur und Transparenz sind damit verbunden.
  5. Strukturieren von Inhalten
    Es gibt eine riesige Menge an Inhalten. Diese gilt es so zu strukturieren, dass die Mitarbeitenden jederzeit eine Orientierung besitzen, das übergeordnete Ziel im Auge behalten und sich nicht in der Fülle der Einzelinformationen verlieren.
    Dabei spielen Elemente des Basiswissen ebenso eine Rolle, wie Spezialwissen. Künstliche Intelligenz, Performance Support Systeme, Interpretation von Nutzungsdaten werden Teile dieser Aufgabenstellung sein.
  6. Coachen und unterstützen von Entwicklungsprozessen
    Festgefahrenes zu überdenken, Komfortzonen in Frage zu stellen, weitere persönliche Ressourcen anzapfen, Reflektieren – hierzu einzuladen, das sind die Aufgaben eines Coaches. Neue Perspektiven und neue Wege der Entwicklung werden dadurch gefördert.

All das unterstützt die Herausforderungen der Unternehmen in der heutigen VUCA-Welt.

Die Weiterbildner:innen haben viele, oft auch persönliche, Kontaktpunkte in das Unternehmen hinein. Oft mehr als jede andere Abteilung im Unternehmen. Sie besitzen damit eine große Chance, die für ihr Unternehmen wichtige Veränderungen zu ermöglichen.

 

Viola Ploski

Leitung Beratung

Ich begleite Unternehmen, die Lernen und Arbeiten verändern. Dabei bringe ich gerne meine Erfahrungen, erprobte Vorgehensweisen, gute Fragen und neue Perspektiven ein. Ziel ist es, bestmöglich die Transformation oder die gewünschte Veränderung voran zu bringen.

„Digitale Transformation und Change Management sind meine Leidenschaft. Wie schön, dass in aktuellen Aufgabenstellungen beides gefragt ist, um Zukunft zu gestalten!“

 

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