Social Business kann man nicht so nebenher machen!

Beim Bildungskongress der Know How! AG, durfte ich einen Vortrag zum Thema „Social Business – warum bedarf es für den Erfolg mehr als die Bereitstellung von Social Media“ halten.  Wenn ein Unternehmen sich dafür entscheidet, Social Media zur Kollaboration und Information einzusetzen, geht das nämlich nicht so nebenbei. Die Mitarbeiter müssen dafür informiert und sensibilisiert werden. Hier fasse ich meinen Vortrag (Präsentation hier zum Download abrufbar) noch mal zum Nachlesen zusammen. Der Austausch war im Vortrag schon sehr lebhaft, vielleicht kommen hier noch ein paar interessante Kommentare dazu?

 

echtem leben

 

Ich war schon in einigen Unternehmen unterwegs, wo die Einführung von Social Media Tools eben nebenher gemacht wurde. Da kommt dann so ein Dialog raus, wie er oben im Bild zu sehen ist. Die Mitarbeiter wissen gar nicht so recht, wie es funktioniert, ob jetzt jeder alle Postings lesen kann und was genau sie jetzt eigentlich tun sollen. Aus meiner Erfahrung, werden diese verunsicherten Mitarbeiter von der eingeführten Plattform gar nicht profitieren können, weil sie nicht wissen, welche Möglichkeiten sich für sie bieten.  Es gibt eigentlich nur drei Erfolgsfaktoren (Quelle: Universität St. Gallen), die man bei einer Einführung von Social Business beachten muss, die es aber in sich haben, wenn man sie genauer betrachtet.

 

Erfolgsfaktoren für Social Business

Sehr wichtig ist die Unternehmenskultur, die durch Offenheit und Transparenz geprägt ist. Die Qualität der Führung ist dabei wesentlich für den Prozess. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist ein wirksames und intensives Change Management. Und was Sie dann noch benötigten ist eine hohe Kommunikations- und Medienkompetenz der eigenen Mitarbeiter.

 

Nun kann man natürlich die Unternehmenskultur nicht von einem Tag auf den anderen ändern, aber sie kann in diese Richtung wachsen, wenn alle Interesse daran haben. Das ist ein Prozess, der Jahre andauern kann. Daher kann ich hier als Beraterin natürlich nicht viel unterstützen, das muss aus dem Unternehmen heraus kommen. Die Kommunikations- und Medienkompetenz kann man durch geeignete Schulungsmaßnahmen aufbauen. Was jedoch enorm wichtig ist und leider oft unterschätzt wird, ist der Prozess der Veränderung hin zum Social Business. Hier muss man intensives Change Management betreiben, um so die Mitarbeiter an den richten Stellen abzuholen und auf den Wandel vorzubereiten. Daher werde ich auf diesen Punkt auch das Hauptaugenmerk legen.

 

Erfolgreiche Veränderung ist nur in der Stretchzone möglich

„Was ist die Stretchzone?“ fragen Sie sich jetzt vielleicht. Sie kennen sicher die Komfortzone. Sie haben alte Vorgehensweisen, die sind bekannt, gewohnt und Sie fühlen sich sicher mit ihnen. Dann kennen Sie vermutlich aber auch die Panikzone, in der Sie Hemmungen und Ängste haben: „Schaffe ich das?“ Sie fühlen sich durch äußere Einflüsse und durch Ihre eigene Unsicherheit bedroht und werden vermutlich nicht ganz so gut arbeiten können, wie Sie das gewohnt sind.

 

Zwischen diesen beiden Zonen befindet sich die Stretchzone. Diese beinhaltet neue Vorgehensweisen, die vielleicht unangenehm und ungewohnt sind, Sie aber nicht bedrohen. Sie fühlen sich unsicher, weil alles neu für Sie ist, aber Sie verfallen nicht in Panik. In dieser Stretchzone lassen sich Veränderungen am besten umsetzen. Es gilt also, einen Weg zu finden, Mitarbeiter genau hier abzuholen, damit sie dann wieder den Weg in die Komfortzone finden. Man muss die Mitarbeiter mit ihren Arbeitsweisen verändern. Das gelingt am besten, wenn man folgende Aspekte berücksichtigt, um eine Veränderung der Mitarbeiter hervorzurufen: Kopf, Hand und Bauch!

 

In den Kopf muss nämlich zunächst mal die Information. Dem Mitarbeiter müssen Ziele und Nutzen von Social Business aufgezeigt werden. Ängste müssen genommen und durch Sicherheit ausgetauscht werden. Der Mitarbeiter erhält eine Orientierung, „wo die Reise hingeht“. Einer unserer Vorstände hat das mal so bezeichnet: „Durch liebevolles Aufmerksammachen, habe ich es verstanden.“

 

Der Bauch benötigt Motivation. Die bekommt man am ehesten, wenn der Mitarbeiter Mitspracherecht und die Möglichkeit hat, sich selbst mit in den Change einzubringen. Dann kann er Teil des ganzen werden und erkennt die neuen Perspektiven.

 

Schließlich muss die Hand befähigt werden, Qualifikation zu erhalten. Durch formelles und informelles Lernen werden Mitarbeiter befähigt, Social Media Tools zu nutzen. Idealerweise geschieht das, wenn sie auch mal experimentieren dürfen und sich mit anderen austauschen können. (Wie das aussehen kann, lesen Sie in meinem Blogbeitrag „Qualifizierte Wissensmitarbeiter für Enterprise 2.0„)

 

Und wie setzt man das um?

Leider gibt es hier keine Universalantwort, denn es kommt stark auf das jeweilige Unternehmen an. Aber einige Lösungsansätze möchte ich Ihnen hier vorstellen:

 

  • Geben Sie den Mitarbeitern Inspiration! Machen Sie es möglich, dass sie ihre eigenen Erfahrungen machen können und so den persönlichen Nutzen erleben.
  • Stimmen Sie das Qualifikationskonzept eng mit dem Kommunikationskonzept ab, damit der Change für die Mitarbeiter verständlicher wird.
  • Beachten Sie beim Lernen, dass formelle und informelle Lernprozesse möglich sind. Es sollte sowohl Standardinhalte als auch individuelle Inhalte geben, sodass bedarfsorientiertes Lernen möglich ist.
  • Nicht nur das Social Media Tool muss dabei geschult werden, es muss auch eine Veränderung des Mindsets, also der Denkweise und Einstellung, stattfinden.
  • Schaffen Sie Raum für Austausch! Da lassen sich auch gut Best Practise erläutern.
  • Setzen Sie Experten als Promotoren ein.
  • Und da der Veränderungsprozess kein statischer Prozess ist: Passen Sie das Konzept und die Inhalte immer wieder neu an!

 

Gerade der letzte Punkt ist ein besonders wichtiger und die größte Herausforderung beim Change Management: Es ist „always beta“. Während eines Veränderungsprozesses verändern sich die Menschen in ihrer Einstellung und in ihrer Arbeitsweise. Projektleiter bei den Unternehmen haben das mal ganz gut beschrieben; einer sagte: „Wir erfinden uns neu.“, ein anderer meinte:  „Wir haben uns auf eine Reise mit unbekanntem Ende eingelassen.“ Wichtig ist, sich auf diese Reise einzulassen und den Mitarbeitern das nötige Gepäck zu geben und die Route zu erläutern, damit sie wissen, wohin es ungefähr geht.

3 Gedanken zu „Social Business kann man nicht so nebenher machen!“

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