Aktuelles

xAPI als Bindeglied im vernetzten Learning Ecosystem

Neue Technologien, moderne Endgeräte und ein ständig verfügbares Internet: All dies ändert die Art und Weise wie wir arbeiten, miteinander kommunizieren und – wie wir lernen. Für die berufliche Weiterbildung zum Beispiel bedeutet die digitale Transformation einen Paradigmenwechsel. Zwar sind digital gestützte Schulungen und Seminare bereits heute an der Tagesordnung, doch sind die Möglichkeiten des E-Learnings in seiner jetzigen Form noch längst nicht ausgeschöpft. Die relativ statische Organisation der elektronisch gestützten Weiterbildungstools mit vordefinierten Lernpaketen, wie es derzeit mit SCORM nur möglich ist, scheint in Anbetracht von Social Media und Co. nicht mehr so recht zeitgemäß. Denn Lernen findet zunehmend auch in informellen Kontexten und elektronisch unterstützen Lernumgebungen statt. Dazu gehören beispielsweise Online Communities ebenso, wie soziale Medien oder Videoplattformen. Bislang fließt dieser Wissenserwerb allerdings noch in keine Bewertungs- oder Zertifizierungssysteme ein.

Next Stop: E-Learning 4.0

Dennoch hat sich auch im E-Learning einiges getan; bestehende Tools wurden kontinuierlich weiterentwickelt und die Bandbreite um neue Methoden erweitert. So hielten in den vergangenen Jahren neue Lernobjekte wie Mikro- und Makrocontent, Methoden wie Mobile Learning und seit einiger Zeit auch neuartige Technologien wie Virtual und Augmented Reality Einzug in die Weiterbildungswelt. Modernste Technik und neue Schnittstellen machen vormals analoge zu digital unterstützten Lernräumen und -objekten. Bewegt sich nun ein Lernender in diesen virtuellen Lernräumen, hinterlässt jede seiner Handlungen Spuren in Form von unzähligen Daten. Diese zeigen neben Leistung und Lernfortschritt unter anderem auch die Möglichkeiten zur Optimierung der Bildungsmaßnahmen auf.

Den sogenannten „Learning Analytics“ sind allerdings einige notwendige Schritte vorgeschaltet. Denn in der Form, in der die Daten vorliegen, treffen sie noch keine anschauliche Aussage und müssen zuerst interpretier- bzw. lesbar gemacht werden. Das gelingt am besten, wenn die Informationen aufgezeichnet, zentral gespeichert und anschließend mithilfe von Visualisierungen ausgewertet werden. Die zunehmend flexiblen Lernräume benötigen ebenso dynamische Rückmeldesysteme. Mit xAPI („Experience API“) steht eine Schnittstelle bereit, welche die Gestaltung von Lernräumen und -objekten unterstützt und entscheidend erweitert. Denn anders als beim bisherigen Standard SCORM, ist xAPI nicht an eine bestimmte Form des E-Learning-Inhalts oder ein bestimmtes Verwaltungssystem gebunden.

E-Learning: die Zukunft hat schon begonnen

xAPI schlägt die Brücke zwischen User und Anwendungen, die unter Umständen bislang noch nicht explizit dem E-Learning zugeordnet sind. Das bietet für die künftige Weiterbildung viel Flexibilität und erweitert das Spektrum an potenziellen Lernobjekten, die – einmal mit der Schnittstelle versehen – jetzt miteinander kommunizieren können. So lassen sich beispielsweise PC-Anwendungen, mobile Apps und soziale Netzwerke mit xAPI ausstatten und informelle Lernaktivitäten aufzeichnen, um diese ebenfalls entsprechend zu bewerten. So stehen die einzelnen E-Learning-Anwendungen nicht mehr länger nur für sich, sondern können miteinander verknüpft werden zu einem umfangreichen Ökosystem aus verschiedensten Tools, Content und analogen Quellen. Vor allem für die Lernverantwortlichen wird so die Organisationen des Trainings um ein Vielfaches flexibler, lassen sich doch einzelne Objekte ganz nach dem jeweiligen Bedarf hinzufügen, austauschen und entfernen. Am Ende bleibt es jedoch dem Anwender völlig frei zu entscheiden, ob er die Lernobjekte ergänzend oder unabhängig voneinander einsetzen möchte.

Die Idee eines solchen Learning Ecosystems geht so weit, dass es eine Transformation der derzeitigen Qualifikations- hin zu einer digital gestützten Kompetenzkultur ermöglicht. Mit dem Sammeln und Auswerten von lernprozessrelevanten Informationen lässt sich ablesen, wie und mit welchem Erfolg die zur Verfügung gestellten Lern bearbeitet werden. Welche Inhalte nutzt der Lerner? Welche Aufgaben bearbeitet er zuerst und wie viel Zeit benötigt er dafür? All diese Daten werden bei der Nutzung der Lern-Tools erzeugt, via xAPI in den Learning Record Store (LRS) überführt und dort gespeichert. Bei der tatsächlichen Auswertung helfen spezielle Analysewerkzeuge, währenddessen Dashboard-Anzeigen das Datensammelsurium visualisieren und die Interpretation über Filterfunktionen erleichtern. Das gibt nicht nur Auskunft über den aktuellen Lern-Stand, sondern hilft auch dabei, die Inhalte zu verbessern: Wird beispielsweise immer dieselbe Frage falsch beantwortet, könnte das darauf schließen lassen, dass die Aufgabe missverständlich gestellt ist. Die Idee des Learning Ecosystems geht jedoch noch viel weiter.

Lernen in einem lebendigen Ökosystem

Damit ist xAPI ein wichtiges Bindeglied im vernetzten Learning Ecosystem. Hier ist jedes Lernereignis messbar, ganz egal, ob es im LMS, im EPSS, in einer App, in einer Community oder im Intranet stattfindet. Für Lernspezialisten heißt die Herausforderung, Performance Support, Learning Management und Online Communities so zu gestalten, dass sie sich in das Learning Ecosystem integrieren lassen. Weil der Anwender und sein Lernerlebnis dabei immer an oberster Stelle stehen sollten, werden wohl Portallösungen das Rennen machen. Als zentraler Anlaufpunkt bündeln sie die unterschiedlichen, über xAPI angebundenen Anwendungen und bieten einen schnellen, einfachen Überblick über die Inhalte. Daran wird sich letztlich entscheiden, ob sich Corporate Learning in der digitalen Zukunft bewährt.

Übersicht
Sprechen Sie uns an
Carolin Blind
Marketing Leitung
+49 711 780 59 16
Frage stellen
Newsletter

Informationen über Neuheiten und Termine der Know How! AG.
Zur Anmeldung