Change & Communication: Dann verändern wir uns mal

Change & Communication aber wie? Dass sich ein Enterprise 2.0 nicht aus dem Boden stampfen lässt, wird wohl kaum jemand leugnen. Schließlich geht es um einen Change, der fundamentaler kaum sein könnte. Dennoch werden die Mitarbeiter bei der Umsetzung des Wandels allzu oft ihrem Schicksal überlassen. In der Themenwoche Change & Communication des #e20mooc möchten wir daher diskutieren, was Unternehmen tun können, um ihre Mitarbeiter beim Wandel zu begleiten.

ChangeCommunication

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Enterprise 2.0 — changing everything

Social-Media-Kanäle sind nicht nur im Privaten, sondern auch im Berufsleben zu einem Massenphänomen aufgestiegen. Bis heute wächst die Zahl der Unternehmen, die Facebook, Twitter & Co. für ihre Geschäftszwecke einsetzen stetig an. Dabei sind die Tools selbst nur das äußere Merkmal eines tiefgreifenden Wandels der Arbeitsweisen, Unternehmenskulturen und Lernformen. Dieser Wandel ist es, der mit dem Label Enterprise 2.0 etikettiert ist und der das Thema des #e20mooc sein wird. Daher lautet auch die Headline: Enteprise 2.0 — changing everything.

Was ist das Enterprise 2.0

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Change – ab heute machen wir alles anders!

Im Meeting verkündet der Manager: „Ab heute machen wir alles anders! – Meetings werden nur noch virtuell abgehalten, an Stelle der Protokolle tritt ein Blog, und dokumentiert wird ab sofort im Wiki!“. Lesen Sie mehr dazu im Gastartikel von Stig Pfau. Vielen Dank auch auf diesem Weg.

 

Was für den einen klingt, wie der Himmel auf Erden ist für den anderen die Hölle 2.0 – und das ist nicht nur ein Problem der digitalen Immigranten. Die technologische Entwicklung bringt kontinuierlich neue Technologien hervor, die oft auch einen Wechsel der Prozesse und der Arbeitsmethoden mit sich bringen. Insbesondere bei den neuen Technologien des Social Web ist das so. Das „Mitmach-Web“, wie es auch oft genannt wird, erfordert eine grundlegende Änderung des Verhaltens: die Zusammenarbeit.

Change

Zusammenarbeit? – Wir arbeiten doch schon seit Jahren in Projekt-Teams zusammen!

Richtig – für das gesamte Projekt und dennoch war es vor dem Web 2.0 so, dass einzelne Teile wie Dokumente beispielsweise auf dem PC erstellt wurden, ohne dass der Kollege nebenan seinen „mehr oder weniger konstruktiven Beitrag“ zu dem gerade entstehenden Dokument hinzugegeben hat oder der Inhalt durch Bewertungen und Kommentare in der „Öffentlichkeit[1]“ ausdiskutiert wurde. Die neuen Plattformen wie Blogs oder Wikis bringen unsere Arbeit von dem persönlichen Arbeitsbereich in eine Sphäre, die selbst für Insider schwer zu begreifen ist.

 

Aus dieser Unsicherheit entstehen Ängste, die im Rahmen des Change Managements oft vernachlässigt werden. Change-Prozesse fokussieren meistens die Technologien und Prozesse. Gründe, warum Changes ins Stocken geraten oder gar scheitern sind selten technologischer oder prozeduraler Natur – sondern menschliche Ängste wie:

  • Reputationsverlustangst
  • Kommunikationsangst
  • Polarisationsangst
  • Konfliktangst

Beispiel Reputationsverlustangst

Ein Wissensarbeiter, wie ein Ingenieur, im Unternehmen begründet seine Anerkennung (und damit auch seinen Job und sein Gehalt) aus dem speziellen Expertenwissen, welches er besitzt. Genau dieses Wissen dem gesamten Unternehmen, zum Beispiel in einem Wiki, zur Verfügung zu stellen kommt einem beruflichen Selbstmord gleich, denn er nimmt sich hiermit – subjektiv – die Begründung für sein Dasein, seine Reputation.

 

Dass durch die Veröffentlichung seines Wissens sein Expertenstatus steigt ist ihm zunächst nicht bewusst, denn zu dem niedergeschriebenen Wissen kommt die Erfahrung in der Umsetzung hinzu, die nicht dokumentiert werden kann. Jeder, der schon versucht hat eine Sauce Hollandaise nach Rezept nachzukochen, weiß wovon ich spreche. Hier ist das Change Management gefordert um neben den Technologien, den Prozessen auch den Menschen zu beachten und an der Hand zu nehmen.

 

[1] Öffentlichkeit bezieht sich auf den jeweiligen Grad der Veröffentlichung (Team, Unternehmen, ganze Welt)

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Über den Autor

Stig Pfau

Stig Pfau hilft Unternehmen dabei, die neuen Medien und Technologien erfolgreich einzusetzen.

 

 

Leadership 2.0 – auch Führungskräfte werden von der digitalen Revolution nicht verschont

Wie findet man sich als Führungskraft im digitalen Wandel zurecht? Was gilt es zu beachten und welche Stolperfallen lauern? Wie geht man in einer Welt, in der man rund um die Uhr erreichbar sein kann, sorgfältig mit den eigenen Ressourcen sowie denen seiner Mitarbeiter um? Um diese Fragen drehte sich der Vortrag „Leadership 2.0 – auch Führungskräfte werden von der digitalen Revolution nicht verschont“ von Claudia Hilker auf dem 14. Bildungskongress der Know How! AG.

 

 

„Es geht nicht um Patentrezepte, sondern darum, seine eigene Rolle in dieser Welt zu finden“. Claudia Hilker

 

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Der digitale Wandel und die Möglichkeiten und Gefahren, die mit ihm einhergehen, verändern unsere Arbeitswelt grundlegend. Die Generation der „Digital Natives“ stellt die Arbeitgeber vor neue Herausforderungen. Gut ausgebildet und mit den sozialen Medien aufgewachsen stellen sie neue Anforderungen an ihren Arbeitsplatz.

 

Teamarbeit, Kreativität und eine digitale Vernetzung, auch bei der Arbeit, sind ihnen wichtig. Treffen diese Vorstellungen auf Werte der Führungskräfte, die aus ihrem Arbeitsleben strengere Hierarchien kennen und sich erst an die sozialen Medien gewöhnen müssen oder sich ihnen gar verschließen, sind Konflikte vorprogrammiert. Daher ist es wichtig, sich den Erwartungen der „Digital Natives“ zu öffnen.

 

Gut ausgebildete Arbeitskräfte werden in Zukunft hart umkämpft sein, also gilt es sich auf sie einzustellen. Dazu gehört die Bereitschaft Neues zu lernen. Was die Beherrschung der digitalen Welt angeht, haben die „Digital Natives“ nämlich die Nase vorn. So schicken einige Unternehmen die Manager zur „Social Media“ Nachhilfe. In Kursen lernen die Manager viel Wissenswertes rund um das Thema Social Media, sowohl theoretisch als auch praktisch.

 

Wichtig ist auch zu klären:

 

Wer darf etwas im Namen des Unternehmens posten? Wie sollen sich die Mitarbeiter verhalten, wenn sie privat im Social Web unterwegs sind? Legt man keine Regeln fest kann es leicht passieren, dass die Reputation des Unternehmens, etwa durch ein unangebrachtes Posting, Schaden nimmt.
Auch unsere Arbeits- und Freizeitgestaltung ist im Wandel. Heutzutage ist es möglich rund um die Uhr erreichbar zu sein. Viele Arbeitsvorgänge werden beschleunigt. All das birgt Risiken und hat Auswirkungen auf unsere Psyche. Der Begriff „Burnout“ ist heutzutage in aller Munde. Immer mehr Menschen halten dem immensen Druck ihres Arbeitslebens nicht mehr stand und sind „ausgebrannt“.

 

 

Eines der wichtigsten Ziele des Leadership 2.0

 
sollte es also sein, die Kompetenz des Einzelnen zu fördern und dafür zu sorgen, dass jeder sich mit seinem Arbeitspensum wohlfühlt. Man sollte mit dem gesamten Team genaue Absprachen treffen: Ab wann ist wer erreichbar? Und eben auch: Wann möchte man nicht erreichbar sein? Das gilt auch für Führungskräfte.
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Bei aller Aufgeschlossenheit neuer Medien und sozialen Plattformen gegenüber sollten auch Grenzen gesetzt werden: Irgendwann muss das Smartphone, das Tablet oder der PC einfach mal ausgeschaltet werden. Sich als Führungskraft während des digitalen Wandels zurecht zu finden ist nicht immer leicht. Laut Hilker gibt es hierfür auch kein Patentrezept, viel mehr muss jeder seine eigene Rolle in der neuen digitalen Welt finden. Eine offene Einstellung ist bei diesem Prozess besonders wichtig.

 

Als Führungskraft sollte man sich auf die neuen Medien einlassen und vieles ausprobieren. Gleichzeitig gilt es auf die Erwartungen der „Digital Natives“ einzugehen sowie von ihrem Wissensvorsprung in Sachen moderner Medien zu profitieren. Nicht zuletzt heißt es Grenzen ziehen sowohl bei der eigenen als auch bei der Erreichbarkeit der Mitarbeiter. Ansonsten droht die Grenze zwischen Arbeits- und Freizeit zu sehr verschwimmen.

 

Claudia Hilker ist seit 2002 selbständige Unternehmensberaterin bei Hilker Consulting Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, Unternehmen im digitalen Wandel zu begleiten und berät bei der Entwicklung einer Erfolgsstrategie für Marketing, Vertrieb und Kommunikation, Online Marketing und PR-Arbeit.