Social Media Guidelines – Dem Verstand auf die Sprünge helfen

Social Media Guidelines

Der gesunde Menschenverstand müsse doch ausreichen. Mit diesem schlichten Argument möchte so manch einer die Diskussion um Social Media Guidelines gerne abwiegeln. Solche Richtlinien seien doch nur eine rechtliche Formalität aber nichts, mit dem man sich ernsthaft auseinandersetzen müsse. Doch wenn dem tatsächlich so ist, warum reißen die Berichte über verheerende Fehltritte in den Sozialen Medien dann nicht ab?

Ein gefährliches Pulverfass

Es ist richtig, dass sich viele Regeln und Grundsätze aus dem Offline-Leben eins zu eins auf  den Social-Media-Bereich übertragen lassen. Betrug, Datenmissbrauch, Verunglimpfung – all dies ist in der einen Welt genauso verboten, wie in der anderen. Auch bei der (N)Etikette, d. h. den informellen Regeln, kommt bei der Internetnutzung nicht viel Neues hinzu. Die Ursache der Fehltritte liegt also weniger im Inhalt der Regeln.

 

Statt dessen wird deutlich, dass es online wie offline einfach am Bewusstsein für diese Regeln mangelt. Wer hätte denn schon gedacht, dass das Vorschaubild (Snippet) zu einer auf Facebook geteilten Website gegen das Urheberrecht verstoßen könnte? Mal ganz abgesehen davon, dass Regeln wie diese bei nicht wenigen mit dem subjektiven Rechtsempfinden kollidieren, d. h. sie diese gar nicht einhalten wollen. Oder denken Sie mal daran, wie sträflich manch einer seine Privatsphäre-Einstellungen vernachlässigt, ist das Pulverfass endgültig gefüllt.

 

Nun mag das mangelnde Verständnis für Regeln und Gesetze beim Stammtischplausch keine Konsequenzen haben. In Social Media Plattformen  zieht aber die Hasstirade gegen den Arbeitgeber schnell virale Kreise und ist noch lange Zeit für jedermann nachzulesen, denn das Internet vergisst nichts.

Kommunikation ist Trumpf

Gesunden Menschenverstand mag ich niemandem absprechen. Aber fundierte Kenntnisse über Urheberrecht, Wettbewerbsrecht und Datenschutz will ich deswegen nicht gleich voraussetzen. Social Media Guidelines sind also mehr als eine Formalie. Sie sollten der Ausgangspunkt für eine unternehmensweite Aufklärungskampagne sein. Insbesondere die Unternehmenskommunikation kann viel dazu beitragen, dass Thema ansprechend und motivierend an die Mitarbeiter heranzutragen. Ergänzende Weiterbildungsmaßnahmen schaffen zudem ein tiefergehendes Verständnis für die Gedanken hinter den Social Media Guidelines.

Ermutigen statt abschrecken

Dabei macht der Ton die Musik. Denn wer sein Regelwerk als strengen Verbotskatalog kommuniziert, wird seine Mitarbeiter vollends einschüchtern und damit gänzlich aus Social-Media-Plattformen vertreiben. In Anbetracht der vielen Chancen, die Social Media Tools für die Arbeit bieten, wäre dies mehr als nur schade. Besser ist es also, seine Guidelines als konstruktive Orientierungshilfen anzubieten. Da darf dann auch gerne wieder auf den gesunden Menschenverstand verwiesen werden. Doch auch dieser freut sich, wenn man ihm hin und wieder auf die Sprünge hilft.

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