Rutschgefahr im Social Web

Social Media ist geradezu verführerisch einfach. Mit nur wenigen Klicks „posten“ Nutzer Kommentare, bewerten Produkte und laden Bilder hoch. Doch nur weil diese Aktionen so leicht von der Hand gehen, bedeutet das nicht, dass sie immer auch erlaubt sind. Denn tatsächlich kann bereits das Teilen eines Bildes gegen geltendes Recht verstoßen. Grund genug also, um in Woche sechs des #e20mooc das Thema Social Media Guidelines unter die Lupe zu nehmen.

Teilen (un)erwünscht im Social Web?!

Eines der häufigsten Missverständnisse im Umgang mit Social Media ist sicher, dass ich alles, was im Netz frei zugänglich ist, beliebig weiterverwenden darf. In Wahrheit aber hat der deutsche Gesetzgeber ihm Rahmen des Urheberrechts strenge Vorgaben gemacht, unter welchen Bedingungen ein Inhalt geteilt werden darf. Grundsätzlich gilt, dass erst einmal jeder Inhalt geschützt ist und nur dann von Dritten geteilt werden darf, wenn es der Urheber explizit erlaubt.
Streng genommen sind damit sogar die bei Facebook üblichen Vorschaubilder und Vorschautexte eines geteilten Links unrechtmäßig.

Creative Commons Lizenzvertrag e20mooc von Know How! AG ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Natürlich gibt es viele Websites die durch Like- und Sharing-Buttons aktiv zum Teilen animieren und dies auch ausdrücklich begrüßen. Doch der Urheber eines Bildes, das ich bei Google gefunden und in meinen Blog eingebunden habe, ist hier womöglich weniger tolerant. Eine Besonderheit sind Urheber, die ihre Inhalte unter eine Creative Commons (CC) Lizenz stellen. Diese Lizenzen sprechen eine explizite Erlaubnis zum Teilen der Inhalte aus, und machen hierzu i. d. R. nur geringe Auflagen. Auch die #e20mooc-Inhalte stehen übrigens unter einer solchen Lizenz.

 

Alles, was recht und billig ist

Neben dem Urheberrecht gibt es noch zahlreiche weitere Rechtsgebiete mit engem Bezug zu Social Media. Da wäre etwa das Wettbewerbsrecht, das auf der einen Seite zwar Bewertungsplattformen legitimiert, ihnen auf der anderen Seite aber auch klare Regeln auferlegt. Ebenso das Recht auf freie Meinungsäußerung, welches auch kritische Bewertungen und Posts zulässt, bei falschen Tatsachenbehauptungen und Schmähkritiken aber eine Grenze zieht. Nicht zu vergessen der Datenschutz, der sich entschieden gegen das öffentliche Posten von personenbezogenen Daten wie Namen und Adressen Dritter verwehrt. Hinzu kommen zahlreiche Regeln, die zwar nicht gesetzlich, aber zumindest gesellschaftlich festgeschrieben sind. Dazu gehört insb. die sogenannte Netiquette, sprich der „Knigge“ für sozial akzeptiertes Verhalten im Social Web. Des Weiteren gibt es oftmals einen Konflikt zwischen deutschen und amerikanischen Recht: Hierbei stellt sich stets die Frage, wo die Server der jeweiligen Social-Media-Plattform stehen – sprich es wird immer das Recht des Landes angewendet, in dem die Server stehen. Viele Funktionen der Plattform Pinterest wären beispielsweise nach deutschem Recht so nicht möglich.

 

Leitlinien aufzeigen ohne abzuschrecken

Da all diese Regeln und Gesetze den wenigsten bewusst sind, werden immer wieder eklatante Social-Media-Patzer von Mitarbeitern begangen. Dabei schaden diese Patzer nicht nur dem Mitarbeiter, sondern dem gesamten Unternehmen. Es empfiehlt sich daher, dass  Unternehmen ihren Mitarbeitern konkrete Social Media Guidelines an die Hand geben. Diese Guidelines sollten deutlich machen, wie sich ein Mitarbeiter im Social Web bewegen kann, ohne dabei gegen geltendes Recht, Netiquette oder Unternehmenswerte zu verstoßen. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Guidelines nicht den Charakter eines Verbotskataloges haben. Vielmehr sollten sie als Hilfestellung kommuniziert werden, die den Mitarbeitern ermöglicht Social Media konstruktiv zu nutzen, ohne dabei von einem Fettnäpfchen ins nächste zu treten. Nur so bleibt die Lust am Teilen und Kommunizieren erhalten.

 

Ihre Meinung ist gefragt!

Urheberrecht, Datenschutz, Wettbewerbsrecht – all diese Gesetze stammen aus einer Zeit, in der es noch gar keine Social-Media-Plattformen gab. Daher haben nicht wenige den Eindruck, dass die etablierten Regeln nicht so recht zum Social Web passen wollen. Welche Konsequenzen dies für den alltäglichen Umgang mit Social Media haben kann, möchten wir gerne diese Woche mit Ihnen diskutieren:

 

Was muss geschehen, damit sich Recht und Gesetzt besser mit dem üblichen Nutzungsverhalten von Social Media Tools vereinbaren lassen?

So beteiligen Sie sich an der Diskussion:

  • Lesen Sie ausgewählte Quellen zum Thema Social Media Guidelines in der Linksammlung
  • Bloggen und twittern Sie zum Thema mit dem Hashtag #e20mooc
  • Teilen Sie Ihre Gedanken mit anderen Teilnehmern in der Community
  • Wählen Sie sich am 24.10.2014 um 11:00 Uhr  in den Hangout mit unseren Experten ein

 

Ihr #e20mooc-Team freut sich auf Ihre Teilnahme!

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