Relevante Botschaften im Social-Media-Dschungel platzieren

Posting - AufmerksamkeitAufgrund der Informationsflut auf sozialen Kanälen wie Facebook und Twitter kommt es besonders auf wertvolle und interessante Inhalte an, um aus der Masse herauszustechen. Deutlich wird dies bei genauerer Betrachtung des durchschnittlichen deutschen Facebooknutzers (DIE ZEIT, 09/2012). Jeder seiner 130 Freunde klickt zweimal täglich „Gefällt mir“, lädt alle drei Tage ein Foto hoch, postet fünfmal im Monat eine eigene Statusmeldung und setzt monatlich 19 Kommentare ab. Eine Vielzahl dieser Aktivitäten landet auf direktem Wege im Newsfeed des Nutzers. Neben Updates von Freunden kommen bei den meisten Nutzern regelmäßig Neuigkeiten von gelikten Unternehmensseiten hinzu. Zwischen all den unterschiedlichen Informationen muss vor allem der Inhalt eines Postings das Interesse des Nutzers und damit seine Aufmerksamkeit wecken.

 

Was für Facebook gilt, gilt aber auch für alle anderen Kanäle im Social Web. Denn: Je mehr Informations- und Netzwerkmöglichkeiten die Nutzer haben, umso mehr gewinnt der Inhalt an Bedeutung. Wenn eine Information auf den ersten Blick nicht interessant ist, werden weiterführende Links erst gar nicht angeklickt. Das ist ganz ähnlich wie beim Zeitungslesen: Die Überschrift anschauen, die Einleitung lesen, und wenn ich dann noch nicht gefesselt bin oder persönliches Interesse am Inhalt habe, lese ich auch nicht weiter.

 

 

Nur wenn der Inhalt passt, kommt er auch bei der Zielgruppe an

 

Wenn ein Unternehmen also einen eigenen sozialen Kanal bespielt, sei es ein Corporate Blog, ein Twitter-Profil oder eine Facebook-Unternehmensseite, müssen sich die Verantwortlichen zuerst darüber klar werden, warum Menschen sich inmitten all der Informationen gerade für die ihren entscheiden sollten. Und: Wenn der Facebook-Nutzer erst einmal bei der Unternehmensseite „Gefällt mir“ geklickt hat oder auf Twitter folgt, muss man ihm Content bieten, der seine Erwartungen erfüllt und in seinem Gedächtnis bleibt. Dafür ist aber auch eine gute Kenntnis der Zielgruppe wichtig.

 

Im Beitrag „Social-Media-Aktivitäten müssen gut geplant sein“ hat Bastian Deckenbach bereits aufgezeigt, dass bei der Redaktionsplanung alle Bereiche mit einbezogen werden sollten, die für die sozialen Inhalte relevant sind. Doch um die richtigen Botschaften zu finden, müssen einige wichtige Überlegung vorangehen: Wie sehen Außenstehende unser Unternehmen? Was erwarten sie von uns? Welches Image wollen wir im Web ausstrahlen? Dieses sollte nicht vom realen Image abweichen. Vielmehr geht es darum, Botschaften aus der Realität ins Web zu übertragen, die durch die Posts immer wieder bestätigt werden. Diese könnten lauten: „Wir sind ein moderner Arbeitgeber“, „Wir sind in unserer Branche führend in der Forschung und Entwicklung“ oder „Soziales Engagement wird bei uns groß geschrieben“. Je nachdem, welche Kernbotschaften ein Unternehmen festgelegt hat, müssen diese genauer aufgeschlüsselt werden. Möchte es sich beispielsweise als moderner Arbeitgeber platzieren, können Themen wie Weiterbildung, Work-Life-Balance, Kinderbetreuung, Altersvorsorgeangebote und vieles mehr relevant sein. Dann erst kann man sich über die Darstellung dieser Themen Gedanken machen: Machen wir viele Bilder und zeigen „live“, wie es bei uns ist? Lassen wir die Azubis im Corporate Blog berichten? Natürlich müssen hier auch die unterschiedlichen Kanäle und ihre Funktionsweisen beachtet werden. Erst wenn ich sicher bin, genügend Bildmaterial zu haben, starte ich beispielsweise auf Pinterest.

 

Nach Definition dieser Punkte, können die Verantwortlichen entscheiden, welche Fachbereiche einbezogen werden müssen. Das können hier beispielsweise die Personal- und Schulungsabteilung oder auch der Betriebsrat sein. Wichtig ist es, die entsprechenden Fachbereiche frühzeitig einzubinden und zu informieren. Im besten Fall kann man die Kollegen dazu motivieren, selbständig relevante Themen zu liefern. Mit dieser Strategie sind nicht nur die Botschaften von Beginn an klar definiert – auch der Social-Media-Manager ist entlastet und muss nicht im Alleingang Themen in ihm fremden Bereichen recherchieren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.