Mobile Workplace – Fluch oder Segen?

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Von überall arbeiten. Für meine Mutter ist das eine Vorstellung, die sie gar nicht so richtig greifen kann. „Wie, du hast im Homeoffice? Also können wir telefonieren?“ – „Äh, nein Mama. Ich muss ja arbeiten.“ – „Achso.“ Wenn ich ihr dann erkläre, dass ich auch daheim genauso erreichbar für Kollegen und Kunden bin, wie im Büro, schaut sie mich verdutzt an. „Guck mal, Mama. Das Geschickte daran ist ja, dass ich dann nicht ins Büro fahren muss und oft einfach etwas mehr Ruhe habe, als wenn ich im Büro sitze.“ – „Mhm. Ich verstehe schon. Und die Waschmaschine kannst du nebenher dann auch laufen lassen, gell?“ Ich muss zugeben, das tue ich tatsächlich – ein weiterer positiver Nebeneffekt des ‚Homeoffice‘. Ganz klar, die Zeiten als man ‚ins Geschäft‘ gehen musste, um zu arbeiten, sind vorbei.

Für jeden sieht mobiles Arbeiten anders aus

„Mein“ mobiles Arbeiten beschränkt sich auf eine VPN-Lösung,  die ich von meinem Netbook starten kann. Voraussetzung ist dann natürlich, ich habe das Netbook dabei und Internetzugang. Für einen Kunden kann ich mit einem USB-Stick auf die komplette Unternehmensumgebung inklusive Mails und Intranet zugreifen. Das ist sehr geschickt, weil ich so nicht beim Kunden vor Ort sein muss, was wiederum Fahrtzeit und somit Geld spart. Es gibt natürlich noch ganz andere Möglichkeiten, es kommt eben darauf an, was in den Unternehmen bevorzugt genutzt wird und wie es mit den Sicherheits- und Datenschutzbestimmungen aussieht.

Individuelle Betriebsvereinbarungen

Nicht zu vergessen die Betriebsvereinbarungen,  die besonders die großen Unternehmen aufsetzen müssen, um mobiles Arbeiten überhaupt dem Betriebsrat schmackhaft zu machen. Ist das alles geklärt, wird mobiles Arbeiten bereits für potenzielle Bewerber als Alleinstellungsmerkmal dargestellt. Das ist zum Beispiel auf den Job+Karriere Seiten von Bosch oder Daimler schön zu sehen.  Mobiles Arbeiten gehört eindeutig zu einer guten Life-Work-Balance. Und doch schützen zum Beispiel Daimler oder VW ihre Mitarbeiter davor, außerhalb der Arbeitszeiten geschäftliche Mails zu erhalten. Es ist wie mit allem: Alles in einem gesunden Maß. So ist es auch mit dem Mobile Workplace.

 Mobile Workplace — aber wie?

Denn die ständige Erreichbarkeit kann dann doch auf die Nerven gehen. Um erfolgreich von überall arbeiten zu können, sollten sowohl vom Mitarbeiter als auch vom Arbeitgeber einige Punkte berücksichtigt werden. Man sollte meinen, mobiles Arbeiten hat sich etabliert, dennoch belegt die Studie „Enterprise Mobility 2015“, dass viele deutsche Unternehmen zurückhaltend reagieren, wenn es darum geht, mobiles Arbeiten zu ermöglichen. Sie kennen die Vorteile wie höhere Zufriedenheit der Mitarbeiter und Effizienzgewinn für das Unternehmen und trotzdem lassen sie sich laut Studie durch folgende Punkte besonders hemmen: Security-Bedenken, zu hohe Kosten, fehlende Know-how-Träger im Unternehmen, Integrationsprobleme, interne Widerstände oder die Compliance-Richtlinien.

Mobile Workplace Studie
Screenshot aus der Studie „Enterprise Mobility 2015 „

 

Um hier entgegenzuwirken, sind Schlagworte wie Führungs- und Kulturwandel im Unternehmen essentiell. Wenn die Mitarbeiter schon unzufrieden sind, weil sie keine flexiblen Arbeitsmodelle nutzen können, ist es eigentlich schon zu spät.

Nicht nur die Arbeit verändert sich…

…sondern auch das Lernen. Durch die Nutzung mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablet PCs verändert sich oft auch die Art der Weiterbildung und Qualifizierungsmaßnahmen  — so kommen immer häufiger Apps zum Einsatz um Mitarbeiter weiterzubilden. Mobile Learning  führt zu einer weiteren Verzahnung von Leben, Arbeiten und Lernen. Ob ich abends im Bett noch schnell eine Lektion lerne, oder im Büro ist für mich ja eigentlich unwichtig. Das ist bedarfsgerechtes Lernen (und Arbeiten). Und für mich eindeutig ein Segen. Und für Sie?

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