Kompetenzentwicklung für Social Media

1 Kompetenzentwicklung für Social Media

Eine Kompetenz für etwas zu entwickeln, geht immer stark mit dem „Doing“ – also mit der Umsetzung – einher. Es ist beinahe unmöglich, Kompetenzen aufzubauen, ohne die Dinge selbst ausgeführt zu haben. Jeder kann sich ein gewisses Sachwissen aneignen; um jedoch qualifiziert agieren zu können, muss man gewisse Erlebnisse selbst gemacht haben – nur so kann man die nötige Expertise aufbauen. Dadurch findet in vielen Unternehmen ein Wandel der Lernkultur statt: Während bisher in der betrieblichen Weiterbildung oft das höchste Ziel war, Qualifikation und Wissen zu vermitteln, setzen viele Personalabteilungen nun auf eine Kompetenzentwicklung als Ziel. Während die Lernenden früher unterrichtet wurden, werden sie heute von Lernbegleitern dabei unterstützt, sich selbst zu entwickeln und im Netzwerk zu lernen. Besonders für die Entwicklung von Social-Media-Kompetenzen eignen sich daher Lernumgebungen, in denen die Lernenden direkt mit den sozialen Medien  umgehen können und so lernen, ihre Ängste und Zweifel abzubauen. Ein Unternehmen, das von seinen Mitarbeitern erwartet, dass sie Social Media in ihren täglichen Arbeitsalltag integrieren, muss die Mitarbeiter erst qualifizieren, bevor es fruchtbare Ergebnisse ernten kann. Dabei ist es nicht damit getan, den Mitarbeitern die Social-Media-Plattformen zu erläutern. Das Personal muss durch Erlebnislernen in den Plattformen Erfahrungen und Wissen sammeln, um diese dann für das Unternehmen Gewinn bringend einsetzen zu können.

Welche Kompetenzen sollten für Social Media erworben werden?
Hier hängt es stark davon ab, welche Fähigkeiten der Lernende so schnell als möglich umsetzen können sollte. Grundlegend sind Basiskompetenzen für Social Media: Hier geht es um das Erlernen der Werkzeuge und Wirkungsweisen von Social Media, die Lernenden müssen sich diese genauso aneignen, wie Lesen und Schreiben. Wenn der Mitarbeiter außerdem Social Media in die Arbeitsprozesse integrieren soll, benötigt er Kompetenzen für den Social Workplace. Diese gehen weit über die Basiskompetenzen hinaus, denn der so genannte Wissensarbeiter, beherrscht Social Media und kann es gezielt und produktiv am Arbeitsplatz einsetzen. Dabei geht es nicht darum, eben mal etwas bei Wikipedia nachschlagen zu können! Ein Wissensarbeiter regt Diskussionen an und findet beispielsweise gemeinsam mit anderen Wissensarbeitern unternehmens- oder weltweit Lösungsansätze für eine Problemstellung.

Als eine dritte Stufe sehen wir die Kompetenzen für Social Learning an, besonders dann, wenn informelle oder persönliche Lernprozesse effektiv gestaltet werden sollen. Besonders wichtig ist hierbei aber die Einstellung der Führungsebenen im Unternehmen. Wenn die Vorgesetzten Facebook und Twitter als Zeitverschwendung verstehen und ihnen die Mechanismen von Social Media nicht klar sind, werden die Mitarbeiter keine erfolgreichen Wissensarbeiter werden. Meist ist es in Unternehmen notwendig, erst die Führungsebene für Social Media zu sensibilisieren und dann in einem zweiten Schritt die Mitarbeiter zu schulen und zu qualifizieren.

 

 

Warum benötigen die Mitarbeiter Kompetenzen für Social Media?

Für die Mitarbeiter bedeutet die Einführung von Social-Media-Instrumenten eine starke Veränderung des Arbeitsalltags und der persönlichen Einstellung. Während bisher ein Wissensaustausch höchstens auf Abteilungs- oder Teamebene stattfand, werden die Mitarbeiter nun angehalten, ihr Wissen mit einer größeren Gruppe zu teilen. Für viele Arbeitnehmer kann dies einem Kontrollverlust gleich kommen. Die Angst, das erarbeitete Wissen zu teilen, ist häufig ein Argument gegen die Nutzung von Social Media. Die Mitarbeiter müssen zuerst dafür sensibilisiert werden, welche Vorteile für jeden einzelnen entstehen. Erst wenn Sie die Funktionsweise des Web 2.0 verstanden haben und anhand von Beispielen aus dem Arbeitsalltag erleben, was für eine Arbeitserleichterung Social Media bedeuten, fällt die innerliche Sperre für die Tools. Aus Erfahrung können wir von Menschen berichten, die sich zuerst geweigert haben, ihr wertvolles Wissen zu teilen, dann aber mit einem gewissen Stolz zu Experten in der Community geworden sind und nun sehr gern für Ratschläge, Tipps oder Hilfestellung zur Verfügung stehen. Wenn die Kollegen merken, dass sie auf bestehendes Wissen zugreifen können und dadurch die eigene Arbeit effizienter und strukturierter erledigen können, sind die Weichen für ein erfolgreiches Enterprise 2.0 gestellt. Erst wenn Social Media als eine Bereicherung und nicht mehr als Beeinträchtigung am Arbeitsplatz angesehen wird, funktionieren die Mechanismen tatsächlich und jeder Einzelne zieht Vorteile daraus für seinen Arbeitsalltag.

 

Wie Sie Ihre Mitarbeiter zu qualifizierten Wissensmitarbeitern machen, lesen Sie unter Qualifizierte Wissensmitarbeiter für Enterprise 2.0.

 

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