(K)eine Frage des Tools

In der Debatte um Social Media liegt der Fokus allzu oft auf der Frage nach den richtigen Tools. Dabei gilt für Facebook und Twitter das gleiche wie für Hammer und Säge: Gute Werkzeuge zur Hand zu haben ist wichtig, doch entscheidend für die Qualität des Endproduktes ist die Art, wie diese Werkzeuge verwendet werden. In der vierten Woche des #e20mooc wollen wir daher nicht nur gemeinsam diskutieren, welche internen und externen Tools zur Verfügung stehen, sondern auch wie diese sinnvoll für Social Business eingesetzt werden können.

SocialBusinessTools

Das Tor zur Außenwelt

Besonders offensichtlich ist der Wert von externen Social Media sicher für das Marketing. Schließlich geht es hier darum, nach außen für das Unternehmen zu werben und das am besten dort, wo sich die Kunden ohnehin schon aufhalten, nämlich auf Facebook, Twitter und YouTube. Anders als bei klassischer Werbung steht hier aber der Dialog im Vordergrund. Das heißt Menschen konsumieren die Werbebotschaften nicht nur, sondern liken, teilen und kommentieren sie auch. Oft erstellen sie sogar eigne Reviews und Bewertungen oder stellen Fragen an das Unternehmen. Hier muss das Marketing reagieren.

 

Aber auch für andere Abteilungen stoßen Social Media ein Tor zur Außenwelt auf. Unter dem Stichwort Employer Branding sollte z. B. die Personalabteilung dafür Sorge tragen, im Netz als attraktiver Arbeitgeber dazustehen. Auch Social Recruiting via XING oder LinkedIn ist ein wichtiges Aufgabenfeld. Die gleichen Plattformen sind auch für den Vertrieb ein unverzichtbares Instrument der Kontaktpflege. Darüber hinaus können Forschung und Entwicklung von Open Innovation-Initiativen profitieren, bei denen Kunden eigene Ideen für neue Produkte einbringen. Letztlich gilt ganz grundsätzlich, dass Social Media für jeden Mitarbeiter eine unverzichtbare Informationsquelle sind, um zu verstehen, was in seiner Branche gerade geschieht.

 

Hier ist man unter sich

So nützlich externe Social Media auch sein mögen, für Interna sind sie gänzlich ungeeignet. Alles, was nur unternehmensinterndiskutiert werden sollte, ist in internen Social- Media-Plattformen wie IBM Connections, Microsoft Yammer oder Jive deutlich besser ausgehoben. Diese Tools erinnern im Kern an soziale Netzwerke wie Facebook, schließen aber zumeist viele weitere Funktionen wie Blogs, Wikis und Instant Messenger mit ein. Dadurch sind sie geeignet auch komplexe Geschäftsprozesse auf eine soziale Ebene zu hieven. Das besondere Potential dieser Tools besteht aber darin, von bestehenden Arbeitskonventionen abzuweichen, etwa indem Themen nicht mehr in geschlossenen Meetings, sondern in abteilungsübergreifenden Communitys diskutiert werden. Dies hat den Vorteil, dass Themen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden und sich auch Menschen einbringen können, die sonst nicht einmal gefragt worden wären. Aber auch das einfache Finden von Unternehmensexperten und das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten gehört zu möglichen Einsatzszenarios interner Tools.

 

Darf es noch ein Tool mehr sein?

Auch wenn Social Media in der Tat vieles vereinfachen können, machen sie die IT-Landschaft erst einmal komplexer. So werden wohl nur wenige Tools im Unternehmen komplett von sozialen Alternativen abgelöst, so dass die Anzahl an tools, die Mitarbeiter beherrschen müssen, deutlich zunimmt. Gleichzeitig lassen sich die Einsatzzwecke der verschiedenen Tools nicht klar voneinander abgrenzen, da sich ihre Funktionen oft überschneiden. „Wo denn nun das Dokument hochladen und wie die Kollegen über den Upload informieren?“ mag sich da manch einer fragen.

 

Und auch die oft totgesagte E-Mail wird es weiterhin geben. Diese Komplexität ist fester Bestandteil der digitalen Revolution und wird wohl weiter zunehmen. Unternehmen sind daher gefragt mit ihren Mitarbeitern verbindliche Richtlinien zu definieren, welche Tätigkeit mit welchem Tool umgesetzt wird. Denn ganz ohne Regeln und Vereinbarungen kommen auch Social Media nicht aus.

 

Ihre Meinung ist gefragt!

Tools, Tools und noch mehr Tools. Für welche sozialen Werkzeuge sich Menschen letztlich entscheiden, hat viel mit ihrer individuellen Arbeitssituation zu tun. Wir möchten Ihre Tool-Präferenzen daher diese Woche entlang folgender Leitfrage diskutieren:

 

Wie nutzen Sie Social Media Tools für Ihre Arbeit? Überlegen Sie dabei auch, in welchem Bereichen Sie besonders gute Erfahrungen gemacht haben und wo Sie eher Vorbehalte hegen.

 

So beteiligen Sie sich an der Diskussion:

  • Lesen Sie ausgewählte Quellen zum Thema Social Business Tools in der Linksammlung
  • Bloggen und twittern Sie zum Thema mit dem Hashtag #e20mooc
  • Teilen Sie Ihre Gedanken mit anderen Teilnehmern in der Community
  • Wählen Sie sich am 09.10. um 11:00 in den Hangout mit unseren Experten ein

 

Ihr #e20mooc-Team freut sich auf Ihre Teilnahme!

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