HR-Safari 2014: Von Change und (Re)volution

Was ist eigentlich eine HR Safari? Welchen Vorraussetzungen muss sich modernes HR Management stellen? Wie gelingt die Transformation zum Social Enterprise. Antworten liefert Stephan Grabmeier.

Wie kam es zu der Idee mit der HR-Safari?

Die Idee entstand zwischen Simone Ashoff und mir. Simone Ashoff ist Gründerin der Good School. Wir haben uns oft über unsere Erfahrungen zum Stand und Reifegrad von HR’lern zur Digitalisierung und Innovation unterhalten. Das Urteil dazu ist für uns beide sehr ernüchternd, daher haben wir uns entschlossen ein neues Format zu machen was der HR Zunft hilft besser zu werden.

Wer sollte an der HR Safari teilnehmen? An wen richtet sich die HR-Safari?

Jeder HR’ler, der mindestens an zwei Dingen arbeitet: a) Wer sich und die HR Funktion in die nächste Stufe der Digitalisierung zu bringen möchte und daran arbeitet neue Arbeits- und Organisationsformen umzusetzen und b) wer neue HR Services für Social Enterprise, Innovation und Digital Leadership in seinem Business liefern muss. Letztendlich also jeder HR’ler, der sein Unternehmen auf das nächste Level heben will/muss, um den Anschluss in der Unternehmensentwicklung nicht zu verpassen.HR-Safari

Was können die Teilnehmer der Safari lernen?

Die Teilnehmer lernen maßgeblich durch erleben. Das ist der große Unterschied zu Konferenzen oder „Otto Normal Workshops“. Einerseits haben wir eine bunte Mischung aus Impulsen von Vordenkern. Christoph Bornschein wird zur Digitalisierung seinen Input geben, Tobias Moorstedt zu Big Data und ich vertiefe die Transformation zum Social Enterprise.  Andererseits steigen wir immer wieder in den Bus, besuchen Unternehmen und tauchen direkt ein in die Gegebenheiten vor Ort ein. Wir sind u.a. bei Wooga, den Samwer Brüdern oder auch dem Telekom Incubator hubraum.

 

Im Betahaus, einem Co-Working Space, machen wir eine Tool Session für HR’ler. D.h. da steigen wir Hands-on ein, wie Social Werkzeuge zu bedienen sind. An einem Nachmittag werden ausgesuchte Start Ups aus der HR Szene Innovationen pitchen, die für HR zukünftig von Bedeutung sein können. Diese werden von den Teilnehmern in einem Innovationsmarktplatz begutachtet. Es wird ein facettenreiches Potpourri. Nach zwei Tagen haben die Teilnehmer eine Menge erlebt, gelernt und auch viel Spaß gehabt.

Ein zentrales Thema der HR Safari lautet: „Das Internet macht die HR-Arbeit schwerer und gleichzeitig leichter, je nach Blickwinkel.“ Welche Blickwinkel sind damit gemeint? Gibt es Beispiele, was schwerer und was leichter wird?

Jeder Paradigmenwechsel hat zwei Seiten. In erster Linie wird es für die meisten schwerer alte Gewohnheiten zu verlassen, in neue Arbeitsformen einzutauchen, neue Muster anzunehmen und mit tradiertem abzuschließen. Wenn man den Blickwinkel der Treiber und Evangelisten einnimmt, ist permanente digitale Veränderung normal und Veränderung die Droge der Evolution. Bei den meisten Menschen sind die intrinsischen „Veränderungsgene“ nicht so stark ausgeprägt. Das ist der andere Blickwinkel. Beide möchten wir zusammen bringen, beide Seiten sollen sich befruchten.

 

Ein weiterer Programmpunkt ist der Blick hinter die Kulissen von HR in der Gaming Branche. Warum ist die Gaming Branche Vorbild für andere Unternehmen und was können Unternehmen von der Branche lernen?

Die Gaming Branche ist nur ein Beispiel, wir sehen uns auch weitere Organisationsformen von Start Ups bzw. jungen Technologieunternehmen an. Ebenso lernen wir wie ein DAX 30 Konzern mit seinem Incubator jungen Unternehmen hilft erwachsen zu werden. Lernen können die tradierten Organisationen von den frischen Ideen und neuen Unternehmensstrukturen dieser Unternehmen. Das ist nicht nur die Gaming Branche, aber in dieser Safari ist sie ein kleiner Baustein.

Ein Arbeitsschwerpunkt der Innovation Evangelists ist die Transformation von Unternehmen hin zum Enterprise 2.0. Welche Schnittstellen gibt es zwischen HR und der Transformation zum Enterprise 2.0? Was kommt hier zukünftig auf die Personaler zu?

Die Bilanz der letzten Jahre dazu ist für HR sehr traurig. Neben meiner persönlichen Erfahrung aus der weltweiten Social Enterprise Szene, wo HR quasi kaum auftaucht, zeigen uns immer wieder Studien wie rückläufig HR ist. Eine Metaanalyse aus 95 Studien der letzten 5 Jahren zeigt, wie stark der Reifegrad von Social Media in der eigenen Funktion ist und wie stark die Treiberrolle im Unternehmen ist. Fast alle Funktionen z.B. Marketing, IT oder Communications haben sehr große Sprünge gemacht. Die einzige Funktion, die auf sehr niedrigem Ausgangsniveau stagniert, ist HR.

 

Das darf nicht sein. Bei Social Enterprise sprechen wir über das entwickeln und etablieren neuer Arbeits- und Organisationsformen – eine originäre HR Aufgabe. Es wird Zeit, dass HR aufwacht und Kompetenzen aufbaut. Ansonsten wird HR auch in diesem Feld weiter an Boden verlieren.

HR-Bereiche wie das Personalmarketing oder Employer Branding beschäftigen sich (in vielen Unternehmen) schon eine ganze Weile mit den Möglichkeiten der digitalen Welt. Wo bestehen die größten Herausforderungen für die kommende Zeit und wie kann die HR-Safari Personaler bei diesem Prozess unterstützen?

Das ist richtig. Personalmarketing, Employer Branding und Social Recruiting sind schon lange am Zahn der Zeit – mittendrin statt nur dabei. Diese Expertise und positive Erfahrung müsste jedoch noch viel mehr nach innen, für viele andere HR Prozesse genutzt werden. Leider denken auch diese Funktionen oft nur isoliert für sich.

 

Allerdings funktioniert ein Social Enterprise außen nicht ohne innen und umgekehrt. Daher ist meine Bitte an alle Experten in HR, die sich bereits mit der digitalen Transformation beschäftigen, diese Impulse auch nach innen weiter zu geben und den Anstoß für ein neues Arbeiten im Unternehmen zu geben. Ich bin sicher das würde den einen oder anderen Stein mehr ins Rollen bringen.

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Über Stephan Grabmeier

Stephan Grabmeier

 

Stephan Grabmeier ist Gründer und Geschäftsführer der Innovation Evangelist GmbH. Er berät Unternehmen und coacht Vorstände zu Social Enterprise. Herr Grabmeier war über vier Jahre Head of Culture Initiatives bei der Deutschen Telekom AG. Dort leitete er u.a. das Center of Excellence Enterprise 2.0 und trieb damit die Transformation der Deutschen Telekom AG zu einer Enterprise 2.0 voran.

 

 

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