Böse Bescherung: Vorsicht bei Weihnachtsgeschenken!

Weihnachten ist die Zeit der Nächstenliebe. Da schenkt man Geschäftspartnern und Lieferanten gerne mal besondere Aufmerksamkeit und tauscht neben weihnachtlichen Grüßen zusätzlich Präsente aus. Denn Geschenke erhalten bekanntlich nicht nur die Freundschaft, sondern beleben auch die geschäftliche Beziehung.

 

Diese gut gemeinten Kleinigkeiten können sich jedoch als eine böse Überraschung entpuppen. Denn die Grenze zwischen netter Geste und Bestechung sind oftmals schmal. Und können am Ende dem Beschenkten, dem Absender sowie dem gesamten Unternehmen schaden.

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul?

Rein gesetzlich gesehen haben sowohl Gönner als auch Empfänger keine genauen Vorgaben zu Art und Wert des Geschenkes. Offiziell ist keine feste Wertgrenze gesetzt – damit lässt sich keine allgemeingültige Aussage treffen. Ein klarer Verstoß gilt dann, wenn vom Geschenk eine unmittelbare Gegenleistung abhängt. Dagegen bieten die in vielen Branchen üblichen preiswerten Aufmerksamkeiten, wie Kalender, Süßigkeiten oder eine Flasche Wein ein deutlich geringeres Risiko. Geschenke bis zu 35 Euro können zudem als Betriebsausgabe von der Steuer abgesetzt werden.

 

Diese Sachgeschenke gelten als sozialadäquat und damit akzeptabel, so lange sie nicht zu häufig verschenkt werden. Aufgrund der äußerst vagen Definition bewegen sich beide Parteien dennoch in einer rechtlichen Grauzone. Damit bleibt ein Restrisiko, dass solche Aufmerksamkeiten als Bestechung ausgelegt werden könnten.

Durch eigene Compliance-Richtlinien Risiken minimieren

Denn der Druck des Gesetzgebers durch Finanz- und Steuerbehörden wächst zunehmend. Im Falle eines Verstoßes drohen hohe Strafen – ganz zu schweigen von den Imageschäden, die ein solcher Skandal mitunter auslösen kann. Die fehlende gesetzliche Regulierung macht es schwer, im Einzelfall über Richtig und Falsch zu entscheiden. Um Missbräuchen wirksam vorzubeugen und sich als Unternehmen abzusichern, sollten verbindliche Verhaltensregeln im Rahmen der Compliance-Richtlinien aufgestellt werden.

 

So können klare Wertgrenzen beispielsweise im Arbeitsvertrag oder der Betriebsvereinbarung festgelegt werden. Zusätzlich lassen sich dort auch Handlungsempfehlungen und das unternehmensspezifische Verfahren vorgeben. Mithilfe dieser Richtlinien, sogenannter „Codes of Conduct“, kann jedes Unternehmen sich einen eigenen Rahmen geben, innerhalb dessen es agieren kann und möchte bzw. sollte.

Mit Compliance-Schulungen Regeln verinnerlichen

Das Festlegen von Verhaltensrichtlinien ist eine Sache – das Einhalten wiederum eine andere. Denn wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass jeder einzelne Mitarbeiter diese im betreffenden Moment parat hat? Die Codes of Conduct nützen nur dann als Risikominimierung, wenn die Mitarbeiter die Vorgaben verinnerlicht haben.

 

Als Ergänzung zu den Richtlinien bieten sich daher gezielte Compliance-Schulungen an. Ein spezielles E-Learning zur Korruptionsprävention kann anhand praktischer Fallbeispiele die Relevanz des Themas aufzeigen und dem Mitarbeiter erklären, wie er sich in einer kritischen Situation zu verhalten hat. Je nach Unternehmen oder Zielgruppe sollten diese Beispiele individuell angepasst werden, um die Bedeutung für den Arbeitsalltag zu verdeutlichen. Wie bei anderen heiklen Themen auch, kann durch das zusätzliche Compliance-Training ein grundlegendes Verständnis vermittelt werden. So lauern zu Weihnachten und übers Jahr keine bösen Überraschungen.

 

Erfahren Sie mehr über E-Learning zu Korruptionsprävention.

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