PSSYMP 2015: „Call it Anything but Performance Support!“

Zwei Tage war unsere Kollegin Franziska Roth mit Vorstand Martin Kundt auf dem Performance Support Symposium 2015 (PSSymp) in Austin, Texas. Wir haben Franziska mal etwas ausgefragt, wie es so war:

 

Zunächst mal: Was kann ich mir denn unter Performance Support vorstellen?

Im Prinzip könnte man es übersetzen mit arbeitsplatzintegriertem Lernen bei Bedarf. Dahinter verbergen sich die unterschiedlichsten Dinge: kontextsensitive Hilfen in Systemen, Checklisten oder FAQs, weiterführende Links oder PDFs. Wenn du dich noch an die Büroklammer aus den Office-Programmen erinnern kannst: Das war auch damals schon eine Art von Performance Support.

 Ja, die Büroklammer ist mir noch gut in Erinnerung! Aber gibt das inhaltlich tatsächlich genug her für zwei Tage Symposium?

Allerdings, denn es geht ja nicht mehr nur um die Büroklammer! Es gibt neue Systeme und Ansätze, wie man arbeitsplatzintegriertes Lernen vorantreiben kann und so die Mitarbeiter in ihrem „Moment of Need“ abzuholen, also das Wissen dann bereit zu stellen, wenn es gebraucht wird. Das kann klassische Trainingszeiten im Unternehmen reduzieren, und die Lerner sind wesentlich motivierter. In Austin ging es oft ziemlich in die Tiefe. Die Sessions wurden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt: Strategie, Implementierung, Erste Schritte, Integration und Lösungen behandelten verschiedene Fragestellungen: Wie bindet man den Performance Support in die existierende Lernstrategie ein? Welche Lösungen eignen sich für ein Unternehmen besonders gut? Alles Fragen, die sehr spannend dargestellt und diskutiert wurden.

 Dann war viel Neues für Euch dabei?

Wenn ich ehrlich bin: Nein. Aber das macht überhaupt nichts, denn es ist eine gute Bestätigung dafür, dass wir schon ganz vorne dabei sind und mit den Vorreitern des Performance Support gut mithalten können. Mit „TESS“ haben wir ja bereits ein eigenes Produkt auf dem Markt, mit dem wir Rund-um-die-Uhr-Performance-Support anbieten. Tess ist „always on top“, so gelangt der Nutzer mit wenigen Klicks schnell an das für seine Situation optimale Wissen. Ich bin davon ausgegangen, dass die Staaten uns in Deutschland um Längen voraus sind – weit gefehlt! Auch in den USA läuft es leider oft so, dass sich viele erstmal ein System kaufen und Performance Support einführen und dann mit dem Projekt kämpfen, weil es von den Nutzern nicht akzeptiert wird. Wir waren uns in den Diskussionsrunden recht schnell einig, dass es mit der Bereitstellung eines Systems nun mal nicht getan ist.

Lass mich raten: Performance Support ist ein Paradigmenwechsel im Unternehmen?

Richtig! Es ist ein Wandel in der Lernkultur, der entsprechend begleitet werden muss, wenn er erfolgreich sein soll. Viele Teilnehmer haben berichtet, dass es oft mit dem Wording zusammenhängt und man es am besten nicht Performance Support nennen sollte. Darum ging es auch im Vortrag „Call it Anything But Performance Support“ von Gary Wise von der Firma Intellinex, der damit endet, dass er sagt: Nennt es lieber eine Performance Lösung und zeigt auf, was sich wie zum Besseren ändert, wenn arbeitsplatzintegriertes Lernen eingesetzt wird. Alles hängt an der Unterrichtsmethode Flipped Classroom, bei uns besser bekannt als umgedrehter Unterricht. Das bedeutet, dass die Lerner die Themen schon vorher vorbereiten und im Unterricht anwenden, anstatt zuerst alles präsentiert zu bekommen und es nachbereiten. Traditionell würde zum Beispiel eine Word-Schulung stattfinden, die Teilnehmer können das Gelernte anschließend in Anwendungsfällen reproduzieren – aber auch nur dann, wenn der Kurs nicht zu lange her ist. Da passt das Zitat von Bob Mosher, das ich mir notiert habe, sehr gut: „Flipped classroom is not to flip the learning phase before or after the traditional training. Just flip the classroom into the workflow. And if you want to sell, sell them training, deliver performance support”. Das klingt erstmal kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach: Wie wir das Kind nennen oder als was wir es dem Kunden verkaufen, ist eigentlich egal – Hauptsache der Nutzer bekommt Performance Support, denn den braucht er. Und ob der dann aus einer ganz einfachen Lösung, wie z. B. einem SharePoint als Wissensdatenbank besteht oder einem extra programmierten Tool, hängt stark von der Unternehmenskultur ab.

Haben sich in den Diskussionen denn auch Trends oder Entwicklungen abgezeichnet, die den Performance Support betreffen?

Ja, tatsächlich wird es immer mehr darum gehen individualisierten Performance Support anzubieten. Das bedeutet, dass nicht nur der Anwender lernt, sondern auch die E-Learning-Lösung lernt, wann welches Wissen abgerufen wird, ob sie dem Anwender geholfen hat etc. Im Prinzip kann man sich das ein bisschen so wie Google-Suche vorstellen, die Ergebnisse automatisch filtert, je nach dem, was für Daten über uns gesammelt wurden. So ähnlich soll das mit den individualisierten Performance Support auch funktionieren. Über die Sammlung von persönlichen Daten aus Apps oder dem Internet der Dinge und Big Data soll es in Zukunft möglich sein, individuelle Lerninhalte anzubieten. Konkrete Beispiele haben auch die Kollegen aus den USA noch nicht, und wir dürfen gespannt sein, wie das dann aussehen wird.

 

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