Aus der Praxis: Wie Microblogging die Unternehmenskultur verändert

In unterschiedlichen Beiträgen haben wir bereits darüber berichtet, wie sich Arbeitsweise und Kommunikation bei uns verändert haben, seit wir das Microblogging-Tool Yammer einsetzen. Wenn sich eine solche Plattform durchsetzt, kann jedoch noch viel mehr passieren, als „nur“ eine Verbesserung der Teamarbeit oder besseres Zeitmanagement. Je nachdem, wie das Unternehmen aufgestellt ist, können sich sogar wichtige Eckpfeiler der Unternehmenskultur verändern. Beispielhaft hier, was sich bei uns seither getan hat:

 

Hierarchische Grenzen verschwimmen

Um Microblogging-Werkzeuge erfolgreich einzusetzen, bedarf es einer breiten Masse von Mitarbeitern, die mitmachen – sonst funktioniert es nicht. Idealerweise sind Führungskräfte und Vorstand ganz vorne mit dabei und treiben die Veränderung der Kommunikation voran. Je nachdem, wie diese das Tool verwenden, können Mitarbeiter viel besser up-to-date bleiben, was die Chefs denn so tun und wo sie sind. Ein Posting zum erfolgreichen Akquisetermin oder die Ankündigung eines neuen Mitarbeiters wird schnell mit einem Kommentar oder „Gefällt mir“ versehen.

 

Dadurch, dass Mitarbeiter in Echtzeit sehen können, was die Vorgesetzten tun, wird die Transparenz erhöht. Und vielleicht verändert sich auch beim einen oder anderen Mitarbeiter die bisherige Wahrnehmung des Chefs. Ein lustiger Kommentar hier, ein witziges Bild dort machen den Vorgesetzten menschlicher und greifbarer. Besonders, wenn man an einem anderen Standort sitzt, als der Chef. Das bringt uns schon zum nächsten Punkt:

 

Räumliche Grenzen verschwimmen

Unsere Büros in Stuttgart, Augsburg und Konstanz sind besser miteinander vernetzt als zuvor. Egal, an welchem Standort wir sitzen, wir werden gleichermaßen über neue Kollegen oder neue Kunden informiert. Man hat das Gefühl, genauso zu Augsburg und Konstanz zu gehören wie zu Stuttgart. Und auch wenn ich mal einen Tag im Homeoffice verbringe oder beim Kunden bin, so habe ich trotzdem das Gefühl, ganz nah bei den Kollegen zu sein.

 

Namen bekommen ein Gesicht – Kollegen lernen sich besser kennen

Dadurch, dass wir professionelle Portraitbilder anfertigen lassen, hat natürlich jeder Mitarbeiter ein Profilbild integriert. Besonders für neue Kollegen ist es ein großer Vorteil, die Namen mit den entsprechenden Gesichtern zu verknüpfen, vielleicht auch schon bevor sie die „Know How’ler“ kennengelernt haben.

 

Da wir die Kollegen an den anderen Standorten recht selten zu Gesicht bekommen, ist es auch hier von Vorteil, sie eigentlich täglich auf dem Bildschirm zu haben. Natürlich könnten neue Mitarbeiter auch auf Xing die Profile ihrer Kollegen anschauen, denn auch hier haben die meisten ein Profil angelegt. Wir finden es aber deutlich besser, wenn das im Unternehmensumfeld stattfindet, wo doch noch ein persönlicheres Bild gezeichnet wird, als es auf dem Xing-Profil möglich ist.

 

Führungskräfte als Vorbild – aber auch als „Mahner“

Um erfolgreich mit Yammer zu arbeiten und zu kommunizieren, muss ich als Führungskraft mit gutem Beispiel voran gehen. Klar ist Yammer ein offiziell erlaubtes Tool, aber es gibt auch die Ebene der impliziten Erlaubnis. Eine Führungskraft, die Yammer nicht nutzt, zeigt, dass sie in dem Tool keinen Mehrwert sieht, es vielleicht sogar für Zeitverschwendung hält. Die Mitarbeiter dieser Führungskraft geraten so in eine Zwickmühle: „Eigentlich könnte ich das gut über Yammer lösen, aber dann bekomme ich wieder einen skeptischen Blick von oben.“ Aus diesem Grund bringe ich Yammer unter den Führungskräften immer wieder ins Gespräch und leiste wichtige Überzeugungsarbeit.

 

Aber auch die Mitarbeiter müssen manchmal explizit daran erinnert werden, Yammer zu nutzen. Ruft mich eine Kollegin an und schlägt etwas vor, ist das schön und gut – wir haben ja schließlich kein Redeverbot erteilt. Aber: Die anderen Kollegen bekommen davon ja nichts mit. Daher kommt von mir dann (zum Glück immer seltener) der Satz „Schreib das doch mal in Yammer!“. Meistens fällt es den Kollegen dann sofort wieder ein: „Ja, klar! Sorry!“ Das Team soll bei Gemeinschaftsentscheidungen auch die Möglichkeit haben, gemeinsam zu entscheiden. Die Vorteile haben mittlerweile eigentlich alle erkannt. Dennoch muss man konsequent sein, um zu erreichen, was man sich vorgenommen hat.

 

Mitarbeiter können sich besser präsentieren

Zum guten Schluss ist es einfach so, dass wir alle die Möglichkeit haben uns und unsere Expertise besser unter Beweis zu stellen. Dadurch, dass wir viel einfacher Dinge von uns preisgeben können (von Expertenwissen bis hin zum Hoteltipp), können wir unsere Qualitäten viel transparenter an Kollegen und eben auch die Führungsebenen weitergeben. Und bringen uns und andere so jeden Tag einen Schritt weiter!

 

 

4 Gedanken zu „Aus der Praxis: Wie Microblogging die Unternehmenskultur verändert“

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