#Arbeitszeit: Jeder, wie er will

8.30 Uhr. Um diese Uhrzeit bin ich donnerstags immer im Büro, um am wöchentlichen Teammeeting teilnehmen zu können. Infos werden ausgetauscht, anstehende Projekte grob skizziert, manchmal kommen auch persönliche Themen zur Sprache. Das Briefing dauert in der Regel nicht lange, 10 Minuten im Schnitt, ist aber für unsere Zusammenarbeit enorm wichtig. Als vier Teilzeitkräfte mit unterschiedlichen Zeitmodellen und Verantwortungsbereichen haben wir sonst kaum die Möglichkeit unseren Teamspirit aufzubauen, und zwar auf regelmäßiger Basis. Nicht nur das Persönliche spielt dabei eine Rolle, sondern auch das Gefühl des „Zusammenwirkens“ und des „Bescheid-Wissens“.

Vertrauensarbeitszeit

So sieht also der Donnerstagmorgen aus. Wann genau wir an den restlichen Wochentagen ins Büro kommen, hängt nur von uns selber und unseren aktuellen Aufgaben ab. Dasselbe gilt für den Feierabend. Die einzige Regel lautet: Die wöchentliche Arbeitszeit und die vereinbarte Arbeitsleistung müssen stimmen. Und man sollte an den vorab gemeinsam festgelegten Wochentagen arbeiten. Auch die Projektleiter, Führungskräfte sowie Kollegen und Kolleginnen mit direktem Kundenkontakt werden in der Regel innerhalb der „gewöhnlichen Arbeitszeiten“ am Arbeitsplatz erwartet – und halten sich daran. Nicht, weil es dazu einen Paragraphen im Arbeitsvertrag gibt. Sondern weil sie den Anspruch auf Serviceorientierung hegen, Informationen gewinnen oder sich an Team-Absprachen halten wollen.

 

Neben vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten bedeutet dieses Arbeitszeitmodell in erster Linie eine menschliche Anerkennung (selbst wenn das Wort sich ziemlich pathetisch anhört). Eine Anerkennung und Bestätigung, dass das Privatleben wichtig ist. Dass es heutzutage nicht mehr sinnvoll ist, die Wertehierarchien mit rigiden Verhaltensmustern zu beschreiben und künstliche Antagonismen in die Welt zu setzen. Wir wollen alle ein erfülltes Leben haben, sowohl beruflich als auch privat.

 

Herausforderungen

Das bedeutet natürlich nicht, dass es immer einfach ist. Das Zeitmodell muss zur Organisationskultur passen. Und es müssen bestimmte Werte im Unternehmen fest verankert sein, damit das Zusammenspiel der einzelnen Faktoren funktioniert – damit das positive Potential der Vertrauensarbeitszeit voll ausgeschöpft wird. Diese Werte sind unter anderem Vertrauen, Fairness, Verantwortungsbewusstsein, Engagement, Teamgeist, Qualitätsbewusstsein … Also jene Softskills, die Mitarbeiter im Optimalfall ohnehin mitbringen.

 

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass jeder Zugang zu allen relevanten Informationen haben muss. Unterschiedliche Arbeitszeiten müssen berücksichtigt werden, außerdem Kolleginnen und Kollegen in Teilzeit, im Homeoffice oder im Vertrieb – die oft unterwegs und zeitlich stark eingeschränkt sind. Da werden natürlich Hilfsmittel benötigt, Tools für kollaboratives Arbeiten. Diese Werkzeuge gibt es teils schon länger, wie z. B. den Terminplaner in Outlook oder Skype for Business, das früher Lync hieß. Andere werden im Zuge von Social Business immer relevanter: firmeninterne soziale Netzwerke wie Yammer, SharePoint zur Dokumentenverwaltung (und noch viel mehr) oder Wikis.

 

Wir nutzen diese Werkzeuge und probieren auch immer wieder aus, womit sich der „Werkzeugkasten“ ergänzen lässt. Die sinnvolle Zusammenstellung der Tools ist wichtig – aber noch wichtiger ist die Akzeptanz der Mitarbeiter. Sensibilisierung ist hier das Zauberwort. Nur wer versteht, warum mit den neuen Tools gearbeitet wird, kann sie auch effektiv nutzen. Wir legen daher großen Wert darauf, die Kolleginnen und Kollegen zum Umgang mit Yammer, Sharepoint und Co. zu befähigen. Dann können Sie effektiv arbeiten und mit einem guten Gefühl Feierabend machen.

 

Viel zu beachten – viel zu gewinnen

Work-Life-Balance und Freiheit bei der Gestaltung der Arbeitszeit werden immer wichtiger, gerade für die jüngere Generation. Das fordert von Unternehmen nicht nur Flexibilität, sondern auch eine entsprechende Kultur. Natürlich müssen auch technische Voraussetzungen gegeben sein, aber das ist nicht nur eine Herausforderung. Es ist auch eine Chance. Denn wenn Werkzeuge für uneingeschränkte Zusammenarbeit richtig eingesetzt werden, lässt sich ein großes Potenzial abschöpfen. Mitarbeiter können sich vernetzen, Wissen teilen und Ideen entwickeln – und so einzelne Projekte oder das ganze Unternehmen voranbringen. Ein guter ROI für mehr Freiheiten bei der Arbeitszeit-Gestaltung.

 

Der Beitrag entstand im Rahmen der Xing Blogparade zum Thema #Arbeitszeit.

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